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Presse

Ärzte Zeitung, 14.07.2011
Vernetzung ist gelebte Praxis

Rund 65.000 Versicherte sind in den sechs erfolgreichsten Ärztenetzen in Bayern
eingeschrieben - und täglich werden es mehr. Das Modell der Zukunft, betonen
Sprecher der Netze. Sie fordern nun: Der Gesetzgeber muss aktiv werden.

Von Jürgen Stoschek

Für eine vernetzte Gesundheitsversorgung in den Regionen stehen in Bayern aktuell insgesamt etwa 25 Praxisnetze in den Startlöchern. Mittelfristig könnte sich die Zahl auf rund 100 Netze erhöhen. Das sagen zumindest die Manager und Vorsitzenden von sechs Praxisnetzen in Bayern. Alle haben einen Vertrag mit der AOK Bayern - zum Teil seit mehr als zehn Jahren.

Bei einer Ausdehnung der regional vernetzten Gesundheitssysteme auf 100 Praxisnetze in Bayern könnten mehr als eine Million Versicherte der AOK Bayern in den Genuss einer besseren Versorgung kommen, sagten die Sprecher im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Sechs erfolgreiche Netze in Bayern

Ärztenetze in Bayern
fordern mehr Würdigung der
Versorgungsleistungen.


In Bayern gibt es derzeit sechs Ärztenetze.

In Unterfranken ist das Netz "MainArzt" mit 40 Ärzten und
rund 3400 eingeschriebenen Patienten aktiv.

In Oberfranken gibt es seit
2006 das Netz "UGHO", in dem
64 ärztliche Leistungspartner vernetzt sind. Hier sind über 11.000 Patienten
eingeschrieben.

Vernetzung ist gelebte Praxis
In der Region rund um Nürnberg ist das "Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz QuE" mit über 9000 eingeschriebenen Patienten und 105 Ärzten aktiv. In der Region Oberpfalz Mitte rund um Amberg hat sich das "UGOM" zusammengeschlossen.
Hier arbeiten 95 Partner zusammen, 15.350 Patienten sind eingeschrieben. Rund um München gibt es zwei Netze: Bei "Münchner Ärzte" sind 134 Ärzte vernetzt, rund 5700 Patienten eingeschrieben. Über 2000 Patienten sind beim Netz "GMZ" eingeschrieben, das 200 Leistungserbringer in München und weiteren Landkreisen verbindet. (bee)

Einsparungen sind möglich
Einsparungen von jährlich 250 Millionen Euro seien so möglich, wobei sich die Qualität der Versorgung sogar verbessern würde, hieß es vor dem Hintergrund der laufenden Verhandlungen zwischen dem Bayerischen Hausärzteverband (BHÄV) und der AOK über einen Hausarztvertrag.

Das in Bayern älteste der sechs Netze ist das Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz (QuE) in Nürnberg mit 105 teilnehmenden Ärzten, das jüngste ist das Praxisnetz Münchner Ärzte, das mit 134 Praxen im Westen der bayerischen Landeshauptstadt und in angrenzenden Gemeinden vertreten ist.
Zur Gemeinschaft gehören außerdem die GMZ GmbH mit 200 Ärzten in Oberbayern, UGOM in der Oberpfalz und UGHO in Oberfranken sowie das Netz MainArzt in Unterfranken. Insgesamt sind in den sechs Netzen derzeit etwa 65.000 Versicherte eingeschrieben.

Erwähnung im Sozialgesetzbuch
"Wir scheuen den Wettbewerb nicht", sagte der Geschäftsführer der GMZ GmbH,
Dr. Elmar Schmid. Es müsse aber fair zugehen. Jeder Arzt in Bayern sollte sich frei entscheiden können, ob er in ein Netz gehen möchte. "Unsere Verträge laufen seit Jahren konstant und werden immer wieder weiterentwickelt", betonte Schmid. Deshalb wäre es an der Zeit, dass die Praxisnetze als eine mögliche Form der Versorgung auch im Sozialgesetzbuch Erwähnung finden sollten. "Wir wollen nicht, dass die Krankenkassen verpflichtet werden, mit den Praxisnetzen 140er Verträge abzuschließen. Es wäre aber schön, wenn noch mehr Kassen auf diesen Erfolgszug aufsteigen würden", sagte Schmid.

Die Verträge, die die sechs Praxisnetze mit der AOK Bayern haben, sind in ihrer
Grundstruktur einheitlich, bieten jedoch die Möglichkeit regionale Besonderheiten zu
berücksichtigen, erläuterte der Vorstand des Nürnberger Gesundheitsnetzes Qualität und Effizienz (QuE), Dr. Veit Wambach.

Regionalität, Erfahrungsaustausch und Ideenwerkstatt
In den Netzen gebe es auch unterschiedliche Schwerpunkte. Während das eine Netz den Fokus auf die elektronische Vernetzung der Praxen lege, kümmere sich ein anderes Netz um die Weiterentwicklung einer qualitäts- und ergebnisorientierten Vergütung. "Wir lernen voneinander", berichtete Wambach. Der Erfahrungsaustausch solle künftig weiter ausgebaut werden.
Die Stärke der Netze sei ihre Regionalität, erklärte Christian Brucks als Vertreter des
Praxisnetzes Münchner Ärzte. Von der Größe her sollten Praxisnetze "überschaubar" sein, so dass sich jeder für das Ganze verantwortlich fühlt. Notwendig sei aber auch ein professionelles Netzmanagement, ergänzte Dr. Andreas Pötzl vom Unternehmen Gesundheit Hochfranken (UGHO) in Rehau.

Ziel der Praxisnetze seien Vollversorgungsverträge, so der Geschäftsführer des Praxisnetzes Unternehmen Gesundheit Oberpfalz-Mitte (UGOM), Dr. Thomas Bahr. Die Praxisnetze seien zugleich aber auch eine Ideenwerkstatt. "Wir sitzen in der Praxis und müssen das dann auch umsetzen.
Das ist was anderes, als wenn man sich in Berlin was ausdenkt", sagte Bahr. Die
Veränderungen im Gesundheitswesen verlangten flexible Lösungen. Verträge, die
landesweit einheitlich gelten, seien kaum in der Lage, Einsparungen nachzuweisen.


Manche Praxen haben sich weitgehend von der KV gelöst

Um die Versorgung ihrer Versicherten in Praxisnetzen zu fördern, sollten die Krankenkassen die Möglichkeit bekommen Netz-Wahltarife anzubieten, regte Bahr an. Auf diese Weise könnten Patienten, die dauerhaft im Netz bleiben, ebenfalls
am Erfolg eines Netzes beteiligt werden. Zudem werde so der Patient stärker in die Verantwortung genommen. Für manche Netzpraxen seien die Verträge mit der AOK inzwischen ein wichtiges Standbein, berichtete Schmid. "In einzelnen Praxen sind bereits bis zu 80 Prozent der Patienten eingeschrieben", sagte er. Das bedeute, dass diese Praxen schon weitgehend KV-unabhängig seien.


Entsprechend groß sei die Verantwortung der Managementgesellschaft. Die Praxisnetze seien deshalb längst keine "Spielweise der Krankenkassen" mehr, wie gelegentlich zu hören sei, sondern echte Versorgungsrealität. "Die Zukunft hat bei uns schon begonnen", sagte Schmid.

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Vernetzung ist gelebte Praxis.pdf

 

Geschäftsführung des Main-Ärzte-Netzes trifft sich mit hochrangigen Vertretern der AOK Bayern in München

Am Mittwoch, den 17.06.2009, reisten Vertreter des Aufsichtsrates des MainÄrzte-Netzes nach München, um mit hochrangigen Vertretern der AOK Bayern aus den Bereichen Neue Versorgungsformen und Leistungsmanagement über die Zukunft des bayerischen Gesundheitssystems und die anstehenden Probleme zu diskutieren.

AOK

Alle Beteiligten waren sich darüber einig, dass einige seit Anfang diesen Jahres geltende Regelungen der aktuellen Gesundheitsreform viel Aufregung verursacht haben. Nun müsse man die Wogen glätten und Wege suchen, aus dem vorherrschenden Dilemma das Beste zu machen und die gute Qualität des deutschen Gesundheitssystems aufrecht zu erhalten.

Positiv nahm der Aufsichtsrat der MainArzt bei dem Gespräch auf, dass die neuen Vertragsformen der Integrationsversorgung von der AOK wie bislang mit Hochdruck weiterbetrieben werden sollen. Das Interesse seitens der größten bayerischen Krankenkasse an einer weiterhin engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den MainÄrzten ist groß, denn nur durch die Vernetzung der 39 Haus- und Fachärzte kann die Qualität einer verbesserten medizinischen Versorgung für die AOK-Netzpatienten im Raum Ochsenfurt/ Kitzingen aufrecht erhalten und gesteigert werden.

Hier war gegen Ende vergangenen Jahres bei den MainÄrzten die Sorge aufgekommen, dass durch die Gesundheitsreform und den Abschluss der Hausarztverträge der Gedanke der integrativen Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten sowie der Krankenkassen untergeht und gänzlich zum Erliegen kommen könnte.

Die AOK betonte dahingegen auf ein Neues, dass sie sich weiterhin als zuverlässiger Vertragspartner der MainArzt GmbH & Co. KG sieht und ggf. in einem weiteren Schritt zusammen mit dem Ärztenetz sogar zukunftsweisende Direktverträge über die hausarztzentrierte Versorgung hinaus entwickelt werden könnte. Genau genommen bedeuten Direktverträge, dass ein Teil der Honorare nicht mehr über die Kassenärztlichen Vereinigungen ausgezahlt wird, sondern die Leistungsvergütung erfolgt von den Krankenkassen direkt an die ambulant versorgenden Ärzte.

Die Vertreter der Krankenkasse betonen die Befürchtung, dass zum Ende des Jahres die Wirtschaftskrise durchschlägt und dadurch deutlich weniger Einnahmen zu erwarten sind, während die Krankheitskosten wie jedes Jahr erneut steigen werden. Nicht zuletzt aus diesem Grund geraten Konzepte für eine bessere und effizientere ambulante Versorgung in den Fokus. In diesem Punkt vertraut die AOK auf die direkte Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Main-Ärzten.

Mit MainArzt sind jetzt die Gespräche angelaufen, um auszuloten, ob über die bisherigen Regelungen des bestehenden Integrationsvertrages hinaus auch den Fachärzten weitergehende Möglichkeiten einer unbürokratischeren Abrechnung eröffnet werden können, so dass wieder mehr Zeit für die eigentliche Arbeit mit den Patienten verbleibt.

Dies ist sicherlich ein weiter Weg, es müssen viele Daten analysiert und abgeglichen werden, aber die MainÄrzte sehen darin eine bislang in Deutschland einmalige und aussichtsreiche Perspektive für die integrierte Versorgung. Die bereits bestehende gute Zusammenarbeit zwischen Haus- und Fachärzten im Main-Ärzte-Netz würde dadurch zum Wohle der Patienten gefördert und vertieft werden.

Um diesem gesetzten Ziel näher zu kommen, sind „Hausaufgaben“ sowohl an die AOK Bayern als auch an den Aufsichtsrat der MainArzt gestellt worden, die in den nächsten Wochen gemacht werden müssen. Ein weiterführendes Gespräch in dieser vielversprechenden und innovativen Angelegenheit ist für Ende Juli geplant. Wir werden Sie auf dem Laufenden halten.

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Pressemeldung.doc


MainArzt-Hausärzte sind in Bayern einen Schritt voraus


München, den 16.03.2009 – MainArzt unterzeichnet einen hausarztzentrierten integrierten Versorgungsvertrag mit der AOK Bayern

AOK

Nur 4 Wochen nach der Meldung des Bayerischen Hausärzteverbandes, dass sie zum 01.04.2009 einen hausarztzentrierten Versorgungsvertrag gemäß § 73b SGB V (HzV-Vertrag) mit der AOK Bayern abgeschlossen hätten, unterzeichnet MainArzt ihren eigenen integrierten Versorgungsvertrag mit der AOK Bayern gemäß §§ 140 SGB V. Dieser enthält zusätzlich zu den Leistungen des Hausarztvertrages nach §73 b weitere Vorteile für die Patienten durch eine über die ganze MainArzt vom Hausarzt über Fachärzte bis zur MainKlinik voll integrierte, vom Hausarzt gesteuerte Versorgung.

Und hier ist MainArzt als Ärztenetzwerk (www.mainarzt.de) mit insgesamt 38 Haus- und Fachärzten einen ganzen Schritt voraus, denn ihr Vertrag (existiert in ähnlicher Form mit der AOK Bayern übrigens schon seit 2005) bildet den Grundstein zur regionalen Vollversorgung im Raum Ochsenfurt/Kitzingen. Hierbei soll die optimale Patientenversorgung durch eine leitlinienorientierte Versorgungssteuerung und intensive Zusammenarbeit des Hausarztes mit den übrigen Sektoren und Fachrichtungen sichergestellt werden. Insbesondere sollen die MainArzt-AOK-Patienten vor Doppeluntersuchungen und Fehlmedikationen bewahrt werden, was schon in erster Linie durch die einheitliche IT-Infrastruktur und der damit verbundene Datenaustausch per Knopfdruck der MainÄrzte gegeben ist.

In der letzten Gesellschafterversammlung am 03.03.2009 in Ochsenfurt sprachen sich alle Hausärzte der MainArzt einstimmig für die Unterzeichnung dieses Vertrages der integrierten Versorgung mit der AOK aus, ein historischer Augenblick für die MainArzt! Der Vorteil der bereits vorhandenen und zur Abrechnung benötigten IT-Infrastruktur ist im Netzwerk unumstritten und diese Hürde, die jetzt einigen Mitgliedern des Bayerischen Hausärzteverbandes noch bevorsteht, haben die MainÄrzte bereits gemeinsam vor langer Zeit überwunden.

So konzentriert man sich am unteren Main-Dreieck nun auf weitergehende gemeinsame Projekte wie Qualitätsmanagement, Ausbau des Präventionsprogrammes, Erstellung und Erprobung von Behandlungspfaden und dies alles natürlich mit dem Ziel einer optimalen Versorgung der Patienten.

Und während der Gesetzesgeber durch seine Reformen sowie Landes- und Bundesverbände durch ihre heterogene Zielvorstellungen tiefe Keile zwischen Haus- und Fachärzte treiben, gestalten die MainÄrzte in ihrem Unternehmen ein Vertragsumfeld für fachübergreifende Zusammenarbeit zum Wohle ihrer Patienten. Zudem ist die Integration der fachärztlichen Regelversorgung nach dem derzeitigen Vorbild der hausärztlichen Regelversorgung in den Vertrag der MainArzt geplant und nur noch eine Frage der Zeit.
Agieren statt nur reagieren heißt die Devise der MainArzt und so sind auch Verhandlungen über integrierte Versorgungsverträge mit anderen Kassen auf dem Weg.

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Hausarztvertrag.doc

 

Spatenstich in Weiß – Der Bau des MainÄrztehauses beginnt
Ochsenfurt, den 14.02.2009


Nach langer intensiver Planungsarbeit geben die Ochsenfurter Ärzte nun den Startschuss für den Bau Ihres MainÄrztehauses.

Spatenstich

Aus diesem Anlass hatten sich heute auf dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei Greb die initiierenden Ärzte und medizinnahen Bereiche zusammengefunden, um zum symbolischen Spatenstich ihres Gesundheitszentrums anzusetzen. Die Ärzte waren in weißen Arztmänteln gekommen, um nochmals das wesentliche Ziel dieses Projektes zu unterstreichen: eine umfassende, qualitativ hochwertige medizinische Versorgung zum Wohle des Patienten.

In den kommenden Monaten wird auf einer Fläche von ca. 3.500 qm ein kooperatives Gesundheitszentrum entstehen. Nach der geplanten Fertigstellung im Frühjahr 2010 werden Ärzte unterschiedlichster Fachdisziplinen - u.a. aus den Bereichen Allgemeinmedizin, Gynäkologie, Kinderheilkunde, Radiologie, Orthopädie, Urologie und Zahnmedizin - unter einem Dach praktizieren. Ergänzt wird das medizinische Leistungsspektrum durch weitere Gesundheitsdienstleister wie einer Apotheke, einem Sanitätshaus, einer Praxis für Physiotherapie, einem ambulanten Pflegedienst sowie einem ambulanten OP-Zentrum.

Für den Patienten liegen die Vorteile auf der Hand: kurze Wege, schnellere Ergebnisse, ein erweitertes Leistungsangebot und eine verbesserte Versorgung durch abgestimmte Behandlungen sowie eine hohe medizinische Qualität. „Zudem soll das MainÄrztehaus unseren Patienten als Kommunikations- und Austausch-Forum dienen,“ ergänzt Dr. Wolfgang Kieser. „Daher haben wir auch einen Seminarraum und Bistro Bereiche eingeplant, die viel Raum für Kommunikation bieten. Hier sollen künftig Informationsveranstaltungen für Patienten & Besucher stattfinden, in denen sie sich über Behandlungsmethoden oder auch über Präventionsmaßnahmen informieren können.“ Im Rahmen der medizinischen Trainingstherapie kann zudem die körperliche Fitness der Patienten verbessert werden. Neben der Vernetzung im eigenen Haus, wird durch die Verlegung des Büros des Ärztenetzes MainArzt in das MainÄrztehaus eine zentrale Anlaufstelle für alle Ärzte des Ärztenetzes geschaffen (www.mainarzt.de).

Mit dem heutigen Spatenstich möchten die Ärzte und Gesundheitsdienstleister, die im MainÄrztehaus vertreten sein werden, nicht nur den Baubeginn Ihres Gesundheitszentrums feiern, sondern auch aktiv ihren Teil zu einer besseren Patientenversorgung in der Region Ochsenfurt beitragen: Zukünftig sollen alle Akteure der Gesundheitsregion - ob im Zentrum oder außerhalb des Gesundheitszentrums – noch stärker zusammenarbeiten und gemeinschaftlich ein Ziel verfolgen: die Gesundheit der Patienten!

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(Zeitungsausschnitt)

 

MAIN-Post / Ochsenfurt 21.01.2009
Mainarzt

Ärztenetz rüstet sich für ein schweres Jahr

Nach massiven Einschnitten im Gesundheitswesen rüstet sich das Ärztenetz MainArzt für ein schwieriges Jahr 2009.

Besonders die medizinische Versorgung im ländlichen Raum ist davon nach Ansicht der Mediziner bedroht. Wie sich unter den geltenden wirtschaftlichen Zwängen eine bestmögliche Betreuung der Patienten sicherstellen lässt, war Thema beim jüngsten Strategiewochenende der Mainärzte.

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(Zeitungsausschnitt)

Als Zusammenschluss von Haus- und Fachärzten in einer ländlichen Region hatte die MainArzt GmbH & Co KG bei ihrer Gründung Modellcharakter.
Ziel ist es, durch eine engere Kooperation die Nutzung wirtschaftlicher Ressourcen als auch die Versorgungsqualität zu verbessern.

Bis dato war eine Zusammenarbeit über Fach- und Praxisgrenzen kaum üblich.

Inzwischen gehören 38 Ärzte aus 24 Praxen zu dieser Vereinigung an.

Dass 90 Prozent der Ärzte am jüngsten Strategietreffen teilgenommen haben, beweist, wie wichtig den Medizinern aus der Region Ochsenfurt/Kitzingen die Zusammenarbeit geworden ist.

Eingangs gaben Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Wolf und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Daniel Knelles einen Rückblick über das abgelaufene Jahr 2008.

Ein gemeinsames Qualitätsmanagement für die MainArzt-Praxen wurde fertig gestellt. Das bedeutet, dass alle Mitglieder den gleichen überprüfbaren Qualitäts-Level haben und somit reif sind für die Zertifizierung durch ein externes Institut.

In diesem Zusammenhang kam zur Sprache, dass das MainArzt-Netz einen ausgezeichneten Ruf bei Krankenkassen und Politik haben.

Dies spiegelt sich auch in einer Diplomarbeit über die MainArzt GmbH wider. Sie wurde von der Faschhochschule Würzburg-Schweinfurt in Auftrag gegeben und beschäftigte sich mit „Trends und Nutzen der MainArzt“.

Die massiven Einschnitte, die die Politik im Gesundheitswesen vorgenommen hat, zwingen die MainArzt zu neuen Strategien. Dazu gehört die Sicherung der Versorgung im ländlichen Raum.

Im Gau werden zwei Ärzte ihre Praxen aus Altersgründen aufgeben, Nachfolger seien nicht in Sicht. Immer mehr Kassenarztsitze werden nicht mehr besetzt, so dass eine Versorgung dieser ländlichen Gebiete nicht mehr gewährleistet sei.

Durch das neu eingeführte Regelleistungsvolumen werde die Behandlung der Patienten massiv eingeschränkt. So erhält beispielsweise ein Gynäkologe für einen Patienten pro Quartal nur noch 16 Euro, und er muss für dieses Geld alle normalen Arztleistungen erbringen.

Eine gute Versorgung werde dadurch in Frage gestellt, so MainArzt.

Mainarzt Bau Banner Für das Jahr 2009 hat sich das Ärztenetz viel vorgenommen. Dazu gehört auch der Bau des Ärztehauses auf dem Greb-Gelände in Ochsenfurt. gehört. Außerdem soll eine Laborgemeinschaft von Mainklinik und niedergelassenen Ärzten gegründet werden. Dabei werden vorhandene Ressourcen genutzt, um schneller an Laborwerte zu gelangen und damit mehr Sicherheit für die Patienten zu erreichen.

Außerdem will MainArzt in Verbindung mit der AOK einen verbesserten Leistungskatalog. Dazu gehört beispielsweise ein umfangreicherer, nicht in der normalen Kassenleistung enthaltener Gesundheits-Check.

Außerdem strebt MainArzt die Entwicklung von sogenannten Behandlungspfaden nach den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation WHO an.

Anlehnung an WHO-Standards stellt eine Behandlung auf dem jeweils neuesten Stand der Forschung sicher.

Als Fazit aus dem arbeitsreichen Wochenende strebt MainArzt eine weitere Vergrößerung an. Noch mehr Ärzte sollen in das Netz integriert werden, um so einen Bruch zwischen Hausärzten und Fachärzten zu vermeiden, und damit den Patienten eine noch besser vernetzte Versorgung zu gewährleisten.

 

Die gute Tat: Autohaus Thume in Ochsenfurt
Thume

"Firmen finanzieren den neuen City Connect Bus"
Werbung macht Schule und Vereine mobil.

Hier der ganze Artikel aus der Mainpost als PDF zum Nachlesen:

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Auch Werbung kann Gutes tun, wenn sie richtig eingesetzt wird, wie auf dem neuen achtsitzigen "City-Connect"-Bus, der ab jetzt beim Autohaus Thume in der Marktbreiter Strasse steht. Durch Ihre Werbung haben Firmen aus Ochsenfurt und Umgebung den Bus finanziert. Das Fahrzeug steht künftig Kindergärten, Schulen, Wohlfahrtsorganisationen und Vereinen gegen einen kleinen Unkostenbeitrag zur Verfügung – also für Ausflüge oder auch Fahrten zum nächsten Vereinswettkampf.

Wer sich für den "City-Connect" interessiert, kann bei Karlheinz Thume nachfragen. Telefon: 09331/2681


Strategiewochenende, 11.-13. Januar 2008 in Bad Mergentheim

Auch in diesem Jahr begannen die MainÄrzte das neue Jahr mit einem harten Stück Arbeit
und trafen sich zum 4. Strategiewochenende in Bad Mergentheim. Schließlich musste die
Taktik für das kommende Jahr ausgearbeitet werden, um den Anforderungen und vor allem Herausforderungen des Gesundheitswesens kraftvoll und mutig entgegenzutreten.
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Betriebswirtin unterstützt das Ärztenetz

"Bei Juliane Zeisler laufen alle Fäden zusammen"
Mainpost-Artikel vom 08.01.2008 als PDF
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TV-Touring / Würzburg 21.03.2007

Ärztenetzwerk beschreitet neue Wege

Die Qualität der medizinischen Versorgung wollten die Ärzte in Ochsenfurt und Umgebung verbessern. Außerdem sollte ein Modell geschaffen werden, dass ihren Berufsstand über viele Jahre sichert. Deshalb haben sich die Ärzte zusammengeschlossen.

Die Qualität der medizinischen Versorgung wollten die Ärzte in Ochsenfurt und Umgebung verbessern. Auerdem sollte ein Modell geschaffen werden, dass ihren Berufsstand über viele Jahre sichert.

Deshalb haben sich die Ärzte zusammengeschlossen. Mehr als 30 Allgemein- und Fachärzte sind derzeit Teil des Netzwerkes. Dazu gehört auch die Main-Klinik Ochsenfurt. Sie ist ebenfalls Gesellschafter des Modells mit dem Namen MainArzt .

Eine einheitliche Software macht es den Ärzten möglich Patientendaten auszutauschen. Dadurch werden Doppel-untersuchungen vermieden. Hinzu kommt ein einheitlicher Behandlungsleitfaden, der von jedem Arzt eingehalten wird.

Bei komplizierten Krankheitsfällen tauschen sich alle Netzpartner aus. Der AOK-Patient selbst profitiert ebenfalls vom neuen Modell. Er muss nur einmal 10 Euro Praxisgebühr pro Jahr bezahlen. Der Betreuungsarzt, das ist grundsätzlich der Hausarzt, fungiert im Modell als Lotse. Er überweist den Patienten an den entsprechenden Facharzt weiter und übergibt dem Netzpartner die nötigen Befunde. Gefördert wird das Modellprojekt MainArzt von der AOK Ochsenfurt. Bayernweit gibt es erst drei solcher Netzwerke.

Eine Analyse der Einsparnis bei den Kosten steht seitens der Krankenkasse noch aus.

 


TV-Touring Video für Windows Media Player (9,75 Mb)


MAIN-Post / Ochsenfurt 08.02.2007

Vanessa Striffler lernt Arzt-helferin bei der MainArzt GmbH in Ochsenfurt.
Sie wird in mehreren Praxen ausgebildet
.

Foto:G.Meissner

Eine Arzthelferin nach Maß
 
Ochsenfurt
Mit der Gründung des Ochsenfurter Ärztenetzes MainArzt haben Mediziner aus dem Raum Ochsenfurt Neuland betreten. Jetzt bildet das Ärztenetz die erste Arzthelferin aus, speziell um praxis-
übergreifend tätig werden zu können. Dies ist erneut ein Novum.
 
Drei Jahre lang dauert die Ausbildung von Vanessa Striffler. Was die junge Frau aus Winterhausen von anderen Arzthelferinnen unterscheidet: Sie arbeitet während ihrer Lehrzeit in vier ver-schiedenen Praxen. Bei einem Anästhesisten, einem Radiologen, einem Urologen und in einer Praxis für Innere und Allgemein-medizin – nach einem festen Turnus wechselnd.

„Wer in seiner Ausbildung so viel Einblick erhält, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil“, sagt Dr. Sven Stabenow von MainArzt. Diese Vielseitigkeit passt genau ins Konzept des Ärztenetzes. Schließlich arbeiten unter dem Dach von MainArzt mittlerweile 35 niedergelassene Haus- und Fachärzte zusammen.


"„Wer so viel Einblick erhält, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil“"
Dr. Sven Stabenow von MainArzt über die neue Ausbildung.

Vom einheitlichen Computernetzwerk über gemeinsame Qualitätszirkel bis zum Austausch von Befunden und Diagnose-Daten reicht die Kooperation – vorausgesetzt
der Patient stimmt dem zu. Dort, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist und wo es dem Wohl des Patienten dient, sind die Wettbewerbsschranken zwischen den selbstständigen Praxen gefallen. „Wir versprechen uns von der Ausbildung Mitarbeiter, die einen tieferen Einblick in die Abläufe in einem solchen Ärztenetz haben“, sagt Stabenow.

Aus dem 2003 gegründeten Verein ist mittlerweile eine GmbH geworden. Das war nötig, um Rechtsgeschäfte tätigen zu können – etwa den Ausbildungsvertrag für Vanessa Striffler. Trotzdem waren ein paar bürokratische Hürden zu überwinden. Die Genehmigung der Landesärztekammer gehörte dazu und der Nachweis der Ausbildungsinhalte.

Zumindest in der Region ist diese Form der Ausbildung neu, so Stabenow. Deshalb wurden die Rahmenbedingungen genau geprüft. „Es hat ein wenig gedauert, aber war kein Problem, die Zulassung zu bekommen“, fasst er zusammen. Auch in der Praxis ist die Tätigkeit bei verschiedenen Lehrherren kein Problem. Das Gehalt von Striffler zahlt die MainArzt GmbH und rechnet dann mit den jeweiligen Praxen ab. Auch der Urlaub ließ sich regeln, „alles kein Problem“.

Ein weiterer Schritt, über den man im Ärztenetz nachdenkt, ist eine Stelle für eine sozialmedizinische Fachkraft, einen so genannten „Case-Manager“. Der Begriff stammt aus Australien, dort ist der Case-Manager bereits ein eigenes Berufsbild, so Stabenow. Gemeint ist ein Fachmann oder eine Fachfrau, die sich um die Bürokratie kümmert, wenn ein Antrag auf Schwerbehinderung zu stellen ist oder für eine erkrankte Mutter eine Betreuungsperson gefunden werden muss.

Für den Arzt sind dies meist lästige Nebenarbeiten. „Wir wollen versuchen, das zu kanalisieren, indem wir jemand haben, der sich gezielt damit befasst“, sagt Dr. Stabenow. „Und wenn es um Teilrenten, Versorgungsansprüche und solche Sachen geht, wissen wir vieles einfach nicht.“

Noch ist der Case-Manager Zukunftsmusik. Doch Stabenow ist überzeugt, dass sich durch einen Case-Manager die Qualität der Versorgung erhöht. „Wir halten so etwas für wesentlich sinnvoller als eine Chipkarte, deren Entwicklung und Einführung Milliarden verschlingt, ohne dass die Patienten irgendetwas davon haben.“

MAIN-Post Artikel zum Download als PDF

 

Dritter gemeinsamer Workshop der MainArzt GmbH
vom 12.-14. Jan. 2007 in Ebrach.
Treffen

Bereits zum drittenmal trafen sich die niedergelassenen Ärzte der MainArzt GmbH zu
gemeinsamen Geprächen über die aktuelle Situation und zukünftige Entwicklungen im Gesundheitswesen.In 2 Tagen „Klausur “ wurde in der Ruhe des Historikhotels in Ebrach ein umfangreiches Programm „abgearbeitet “. Am Freitag Nachmittag wurde zunächst ein Resümee der Arbeit des vergangenen Jahres gezogen. Zu erwähnen sind hier die Einrichtung eines Adipositas Ernährungs-und Sport Programmes sowie die Ausgestaltung eines Integrationsvertrages zum Thema „Osteoporose “.

Treffen

Der Samstag beleuchtete die veränderten politischen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen.Hier wurde von allen nach Wegen gesucht,diese zum Nutzen für die Patienten aktiv zu gestalten.
Während einer 2-stündigen Wanderung am Nachmittag bestand die Möglichkeit zum persönlichen Meinungsaustausch, der ansonsten auch während der gemein-samen Mahlzeiten intensiv genutzt wurde.

 

In einer Abendsitzung wurden die formalen Voraussetzungen für die alltägliche Kommunikation weiter optimiert.

Als wichtiges Resultat kann hier der Beschluß zur Implementierung eines einheitlichen Qualitätsmanagement Systems in allen MainArzt Praxen genannt werden.

 

 

 

 

Treffen
Treffen Am Sonntag schließlich stand die Realisierung und weitere Ausgestaltung des für 2008 geplanten Ärztehauses in Ochsenfurt als Hauptthema auf der Tagesordnung,über das auch in der Presse bereits mehrfach berichtet
wurde.

Sehr erfreulich und fruchtbar war auch dieses Jahr die große Teilnahme der eingeschriebenen Praxen und der – auch bei kontroverser Diskussion – stets freundschaftliche Umgang miteinander;unter anderem als Ergebnis wachsender Einblicke in die Tätigkeiten und Fähigkeiten der beteiligten Haus-und Fachärzte/-innen im Rahmen der regelmäßigen monatlichen Zusammenkünfte.Diesen Geist spüren nicht zuletzt auch Mitarbeiter und Patienten.


MAIN-Post / Ochsenfurt 21.05.2006
Ochsenfurter Protest in Berlin
 
Ochsenfurt/Berlin (aug)

An der Großdemonstration von Ärzten am Freitag in Berlin nahm auch eine zehnköpfige Gruppe des Ärzte-Netzes "MainArzt" teil. Die Ochsenfurter Mediziner ( im Bild ein Teil der Gruppe vor dem Brandenburger Tor ) waren aus Protest gegen die Gesundheitsreform schon in den vergangenen Wochen auf die Straße gegangen (wir berichteten). Sie wehren sich unter anderem gegen die zunehmende Bürokratie in Ihrem Beruf.


Einladung zur ärztlichen Fortbildung

"Osteoporosetherapie heute und morgen"
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Programm:

Die Rolle von Vitamin D bei der
Vermeidung von Stürzen und Frakturen.

Innovation durch Kombination -
update zur ganzheitlichen Osteoporosetherapie.

Osteoporose und Schmerz:
Gezielte Hilfe für Ihre Patienten.

Aktuelle Aspekte bei der Versorgung Ihrer Osteoporose-Patienten.

Was können Bisphosphonate?

Fallkonferenz Osteoporose: Wie würden Sie vorgehen?

Neue Leitlinien 2006 Was ändert sich, was bleibt?

Programm und Anmeldung zu dieser Veranstaltung als Word.doc zum download!

 


MAIN-Post / Ochsenfurt 18.01.2006
Ärzte-Protest in der Altstadt Ochsenfurt
 
Etwa ein Dutzend Ärzte gingen gestern in der Ochsenfurter Altstadt auf die Straße,
um gegen ihre berufliche Situation zu demonstrieren.

Mit Flugblättern und im Gespräch mit Passanten
(im Bild Dr. Klaus Lensch) kritisierten die in dem Verbund "MainArzt" zusammengeschlossenen Mediziner unter anderem, dass die Bürokratie in den Arztpraxen viel zu hoch und die Entlohnung
viel zu schlecht sei. Die Arbeitsbedingungen der Ärzte und die medizinische Versorgung der Patienten würden auch in Ochsenfurt und
Umgebung immer schwieriger, sagte "MainArzt"-Sprecher Dr. Sven Stabenow.
Einige Ochsenfurter Ärzte nahmen gestern an
einer Kundgebung in München teil.


MAIN-Post / Ochsenfurt, Artikel vom 17.01.2006
Medizinische Versorgung aus einem Guss
 
Der Vertrag zwischen dem Ochsenfurter Ärztenetz, der Main-Klinik und der AOK ist unterzeichnet.

Im Bild (vorne von links): Main-Klinik-Geschäftsführer Dr. Alexander Schraml, Dr. Daniel Knelles, Aufsichtsratsvorsitzender der MainArzt GmbH & Co KG, und MainArzt-Geschäftsführer Prof. Dr. Thomas Wolf, sowie (hinten von links), Erwin Bader vom Vorstand der AOK Bayern und MainArzt-Mitbegründer Dr. Joachim Renner.

Ärztenetz, Mainklinik und AOK begründen in Ochsenfurt die
Integrierte Versorgung

Besser und billiger soll das Gesundheitssystem durch die Integrierte Versorgung werden. Das Ochsenfurter Ärztenetz MainArzt, die Mainklinik des Landkreises und die AOK Bayern haben nun einen Vertrag über die ärztliche Versorgung aus einer Hand geschlossen. "MainGesundheitsNetz" ist erst die dritte Kooperation dieses Formats in ganz Bayern.
 
Aus der täglichen Praxis als Hausarzt weiß Dr. Joachim Renner ein Lied vom mangelnden Informationsfluss zwischen Medizinern und Kliniken zu singen: Patienten, die im Laufe ihrer Krankengeschichte mehrere Präparate fürs gleiche Leiden verordnet bekamen, teure Mehrfach-Untersuchungen, weil Diagnosedaten nicht ausgetauscht werden, unterschiedliche Therapie-Ansätze, weil es keine festgelegten Standards gibt.

Nach Einschätzung von Fachleuten versanden hier jährlich Milliarden, ohne dass dem Patienten geholfen ist. Die Integrierte Versorgung ist eines der Schlüssel-Instrumente im 2004 in Kraft getretenen "Gesetz zur Modernisierung des Gesundheitssystems (GMG)". Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten, Kliniken und Krankenkassen soll eine medizinische Versorgung aus einem Guss erreicht werden. Von einheitlichen Therapie-Standards, über den Austausch von Diagnose-Daten und die direkte Abstimmung zwischen Fach- und Hausarzt bis hin zur Positiv-Liste für Medikamente reicht die Zusammenarbeit. Die bestmögliche Versorgung des Patienten steht im Vordergrund, unabhängig von der jeweiligen Disziplin des behandelnden Arztes. So die Theorie. In der Praxis hat das MainArzt-Netzwerk bereits beträchtliche Vorarbeit geleistet.

Nach der Gründung vor drei Jahren wurden Arbeitsgruppen und Qualitätszirkel eingerichtet. Seit einem Jahr arbeiten die rund 30 beteiligten Ärzte mit einer standardisierten Software, die den Informationsaustausch bis hin zur Übermittelung von Röntgenbildern und EKG-Kurven zulässt. Wenn nötig kann ein Hausarzt so unkompliziert übers Daten-Netzwerk die Einschätzung eines Orthopäden oder Internisten einholen oder über den Behandlungsverlauf informieren.

Als Geschäftsführer einer eigens gegründeten GmbH & Co. KG haben sich die Ärzte den Unternehmensberater Prof. Dr. Thomas Wolf geholt, Vorstandsmitglied im "Bundesverband Managed Care" und Gründungsberater des Ärztenetzes Amberg, das bundesweit als Vorreiter der Integrierten Versorgung gilt.

In der Mainklinik verspricht man sich ebenfalls viel von der Integrierten Versorgung. Als kleines Haus mit Grundversorgungs-Charakter arbeitet die Klinik hart an der Rentabilitätsgrenze und setzt auf die Kooperation mit niedergelassenen Ärzten, um etwa teure Geräte effizienter nutzen zu können. Außerdem sichere die Informationsaustausch einen übergangslosen Wechsel zwischen Klinikaufenthalt und amublanter Nachsorge, etwa was die angewendeten Medikamente angeht, sagt ärztlicher Leiter Dr. Joachim Stenzel.

Unumstritten ist die integrierte Versorgung keineswegs. Einschränkung in der freien Arztwahl, der unternehmerischen Eigenständigkeit und der Vertraulichkeit von Patientendaten lauten die häufigsten Bedenken. Und mit dem Stichwort "Positivliste für Arzneimittel" kursiert im Ärztenetz ein Schlagwort, das Ärzte- und Apothekerverbände ansonsten scheuen wie der Teufel das Weihwasser.

Doch Orthopäde Dr. Daniel Knelles, Aufsichtsratsvorsitzender der MainArzt GmbH & Co. KG, hält die Einwände nicht für stichhaltig. Durch die Zusammenarbeit mit Kollegen seien die Ärzte für den Wettbewerb besser gerüstet. Patienten müssen vertraglich in die Teilnahme an der Integrierten Versorgung einwilligen. Trotzdem stehe es ihnen frei, einen Arzt außerhalb der Kooperation zu konsultieren.

"Die Positivliste wird für uns ein Gewinn sein, weil wir sie selbst erstellen und nicht von der Politik vorgeschrieben bekommen", sagt Dr. Joachim Renner, einer der Gründerväter von MainArzt. Sie erleichtere durchgängige Therapie-Standards in Klinik und Praxis. Außerdem ließen sich durch größere Bestellmengen günstigere Preise erzielen.

15 000 Mitglieder zählt die AOK in der Region Ochsenfurt, so Joachim Eck, Leiter der örtlichen AOK-Geschäftsstelle. Wie viele davon sich für die Integrierte Versorgung entscheiden, muss sich zeigen. Als Anreiz müssen diese Patienten nur einmal im Jahr zehn Euro Praxisgebühr bezahlen. Außerdem steht ihnen jährlich ein umfassender Gesundheits-Check zu, der über die normale Kassenleistung hinausgeht.

Die AOK erhofft sich unterm Strich, dass die Ausgaben zumindest stabil bleiben können, und das gleichbleibender, wenn nicht höherer Versorgungsqualität. Erwin Bader, bei der AOK Bayern zuständig für die integrierte Versorgung, hält dieses Ziel für realistisch, will es aber nicht beziffern. Im Moment sei die Gesundheitsversorgung noch ein weites Experimentierfeld, und die Integrierte Versorgung im Ochsenfurter MainGesundheitsNetz gehöre zu den hoffnungsvollsten Projekte.

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